Blog III
Kapitel I
Silikonschläuche
Wer den Umbau vor hat, sollte gut planen. Einfach mal so drei bis siebzehn Schläuche tauschen, Kühlwasser wieder drauf und ne Stunde später weiter fahren, Haken dran! Das wird fast ne OP am offenen Herzen - seht selbst.
Los geht's einfach damit, dass Ihr gefühlt den halben Motor demontiert, bevor Ihr überhaupt irgendwo dran kommt. Dazu kommt, dass die Silikonschläuche (in meinem Fall von RedBTR) zwar von der Grundform her vergleichbar (siehe Bild) aber insgesamt deutlich zu lang sind. Das führt dazu, dass der Schlauch vom Thermostat zum Kühler den höchsten Punkt im Kühlsystem bildet und dort unter Garantie eine Luftblase hängen bleibt, so Ihr den nicht kürzt. Das Stück Schlauch zwischen Wasserpumpe und Thermostatgehäuse paßt gar nicht, weil's vom Ø viel zu groß ist. Auch der untere Kühlerschlauch ist zu lang. Also:
- Krümmerschutzblech ab
- Aktivkohlefilter aushängen
- linke Kühlerverkleidung ab
- Servopumpe lösen und Rippenriemen runter
- Servopumpenhalter oben (gelbe Pfeile) lösen...
...danach könnt Ihr den ein paar Milimeter nach vorn in Richtung Kühler drücken, um die vordere Inbusschraube vom Thermostatgehäuse rauszuschrauben. Sind beide M8er Schrauben raus, löst Ihr das Gehäuse vorsichtig mit dem Gummihammer vom Kopf. Ihr braucht auf jeden Fall eine neue Thermostatgehäusedichtung, die also vorher besorgen. Die Schläuche der Servopumpe und vom Aktivkohlefilter müssen nicht gelöst werden, es reicht, wenn beides beweglich im Motorraum hängt, damit Ihr hantieren könnt. Damit sind die vorderen drei Schläuche in Reichweite zum Austausch. Der kleine Schlauch zwischen Wapu und Thermostatgehäuse hat einen Innen-Ø von 25mm und ist knapp 70mm lang.
Wapu-Tuning
Bevor Ihr den ganzen Kram rückwärts zusammen baut, überlegt doch mal, ob Ihr Eure Wasserpumpe nicht tunen wollt. Beide, also das Rippenriemenrad auf der Kurbelwelle und das der Wasserpumpe haben je einen Ø von 112mm, d.h. beide drehen sich gleich schnell. Mit dem Rad von UAZPARTS erhöht Ihr die Wasserpumpendrehzahl um 16% was zur Folge hat, dass im vergleichbaren Zeitraum auch bis zu 16% mehr Kühlflüssigkeit im System umgewälzt werden. Letztlich
gegengerechnet? Laut Rechnung irgendwie nicht. Lackierung hin oder her, die LED-Scheinwerfer und der Rest? Das ist 1zu1 das Expeditionssondermodell, dass es auch 2021 schon zu kaufen gab und aktuell immer noch gibt.
Der Buchanka "Expedition" kostete 2021 zwischen 1.009.000,- und 1.115.000,- ₽, was beim damaligen durchschnittlichen Wechselkurs von 1 zu 0,01148 einen Preis zwischen 11.600,- und 12.800,- € ergab. Wohl gemerkt, für das oben abgebildete Sondermodell! Inkl. 19% Umsatzeinfuhrsteuer und noch ein bißchen "Überführung" waren das knappe 16.000,- €. Lassen wir den Händler auch ein "bißchen" verdienen, dann hätte solch UAZ "Expedition" 21.000,- € gekostet und er fünf Scheine dran verdient - richtig? Vllt. nur drei, weil der Importeur für's Durchreichen auch noch zwei Scheine pro Fahrzeug bekommen hatte...
Ich hatte mir die Rechnung schicken lassen. Auf der stehen über 19.300,- € für das nackte Basismodell "Cargo" mit Tageszulassung (da sind Importeur und Händler aber schon satt und da ist auch nix weiter außer einem Lenkrad mit zwei Sitzen drin). Dazu kommen für rund 10.000,- € (!!! - also nochmal den russischen Fahrzeugpreis eines damaligen "Cargo") Lackierung, Stoßstange v/h, Dachgepäckträger, LED-Beleuchtung, Seilwinde und der ganze, oben aufgeführte Klimbim, dazu 19% MwSt., macht summsaummarum inkl. der 500,- € für den TÜV-Stempel, knappe 35.000,- € - für einen UAZ?!
Das elektrische Dachzelt kam on top. (was für ein Wortspiel)
Es wundert mich nun nicht mehr, dass die Leute langsam aber sicher begreifen, wie sehr sie von ihren Händlern über'n Tisch gezogen wurden und hoffen, ihren Verlust möglichst gering zu halten, indem sie gebrauchte Fahrzeuge mit mehreren 10.000km über dem realen Neupreis anbieten.
geht es darum, Temperaturspitzen und thermische Dauerbelastung schnellstmöglich, vor allem erstmal aus dem Zylinderkopf, zu transportieren. Das geht über's Öl und das Kühlwasser. In Zahlen ausgedrückt bedeutet es, dass die Wapu im typischerweise genutzten Drehzahlband zwischen 2500 und 4000U/min mit rund 2900 bis 4650U/min dreht. Ich denke für die Sandkastenfahrer, gerade im Buchanka, aber auch für die Gebirgskraxler oder Dauergäste in der Kiesgrube kann das Quentchen schnellerer Temperaturabtransport, das Zünglein an der Waage zum Motortod sein.
Jede seriöse Firma hat transparente und nachvollziehbare Versandkosten. Beides sind funktionsidentische Rippenriemenräder für die Wapu am ZMZ409, hören auf ihren "richtigen Namen" 406.1308025-10 und sind lediglich von verschiedenen Zulieferern. Auch Stahl- bzw. Aluräder gibt es in Russland zum Tunen.
Die unterschiedlichen Artikelnummern dienen offensichtlich wiedermal nur dazu, Euch vollständig hinters Licht zu führen. Über google findet Ihr dazu nur das AH-Mahlstedt, sonst nix.
Ich denke mir das nicht aus, Ihr könnt's selbst nachvollziehen und es ist bei gefühlt jedem zweiten Teil, dass ich näher beleuch-te, tatsächlich unübersehbar.
Silikon 2. Teil
Zum Kürzen der Silikonschläuche verlinke ich Euch mal so'n Videoschnipsel, vllt. finde ich noch einen besseren Tipp. Windex ist handelsüblicher Glasreiniger und ja, das KI-Gequatsche nervt echt. Das interessiert aber die abgestumpfte und sozial völlig inkompetente junge Generation nicht.
Die Leitungen zum Heizungswärmetauscher sind Ø 19mm Standardschlauch. Dort reicht es im Grunde, wenn Ihr Euch zwei Meterstücken besorgt und die jeweils um ein paar Zentimeter kürzt, dass die restlichen kurzen Stücken zwischen der Spritzwanddurchführung, dem Heizungshahn und dem Wärmetauscher übrig bleiben. Achtet beim Verlegen darauf, dass die Schläuche nicht scheuern können, die Folgen davon sollten klar sein.
Auf den folgenden Bildern der ausgebauten, nun ca. 10 Jahre alten Schläuche, wird ziemlich eindrucksvoll deutlich, dass die Schwachstellen im Kühlsystem ab Werk eingebaut wurden.
Am kleinen Schlauch war ich nie dran, um die originalen Schellen gegen breitere Gelenkbolzenschellen zu tauschen. Die Druckspuren der normalen Schlauchschellen als Beschädigungen im Gummi sind unübersehbar, vor allem auch der Sitz der Schelle.
→ Kleiner Praxistipp. Zum Ablassen und Wiederverwenden des Kühlwassers (wenn nicht sowieso ein Wechsel ansteht), filtert die
aufgefangene Flüssigkeit über einen großen Trichter mit eingehängtem Geoflies, wahlweise einem fusselfreien (!) Lappen, T-Shirt, etc. Der ganze Klimbim, der da aus dem Kühlsystem ausgespült wurde, muss ja nicht wieder rein. Bei mir war's relativ wenig, weil ich die Kühlflüssigkeit vor gut 1½ Jahren schon gewechselt hatte. Solche Klammern oder die von Mutti eignen sich hierfür bestens. Wer wechseln sollte, solch 20l-Kanister Fertigmische ist günstiger, als das literweise Gepansche mit verkalktem und verchlortem Leitungswasser. Ich hatte das tatsächlich auch eine Weile gemacht, hatte mir dazu aber immer vom Tantchen aus Halle an der Saale die entsprechende Leitungswassermenge besorgt. Das Hallenser Wasser (Trotha) ist so weich, sie entkalt den Wasserkocher 1x/Jahr, nicht weil's nötig wäre, sondern für's gute Gewissen. Ich könnte den bei mir jede Woche einmal entkalken. ←
Das unter dem Krümmer durchlaufende Rohr laßt Ihr bitte dran. Ihr trennt den alten Schlauch mit dem Messer auf und drückt dann das Rohr etwas zum Motorblock, dass Ihr das neue Stück Silikonschlauch und zwei Schlauchschellen draufschieben könnt.
Warum?
Warum macht man das? Ich versteh's nicht. 2021, also noch bevor der ganze Wahnsinn hier losging, kauft man sich ein Basismodell vom Buchanka und läßt sich den individuell ausrüsten, obwohl es ein nahezu gleichwertig ausgestattetes Sondermodell ab Werk gab. Vor allem zu den völligen Mondpreisen, die von den hiesigen Händlern auch damals schon aufgerufen worden sind. Wurden die demontierten Teile
to be continued [2]















