Blog IV
Kapitel I
HL10.40 - 12. Teil
Beim Ergründen des Zustandes der Radbremse allgemein (die sich erwartungsgemäß in erfreulichem Zustand befindet) und der Funktionsweise vom Verstellmechanichtsnutz der Bremsbacken fiel mir auf, dass die Radmuttern nur mit 70Nm (7kp/m = 68,7Nm) angezogen werden. Das halte ich im Zusammenhang mit dem starren und in sich unbeweglichen Lochkreisadapter für uncool. Die originale Stahlfelge wird durch die Anlageflächen zwischen den Verschraubungslöchern zur Radnabe herangezogen und funktioniert damit im Grunde wie ein Federring. Der starre Adapter liegt flächig an der Nabe, bzw. an der Bremstrommel, da wird "nur" der Radbolzen vorgespannt und die sind von der Materialfestigkeit ohne Kennzeichnung, d.h. tatsächlich bei 8G (TGL-Norm). Das entspricht einer 8.8er Festigkeit nach DIN, die laut einschlägigen Tabellenbüchern als M12x1,5 mit 90 - 97Nm beaufschlagt werden können. Die 70Nm beziehen sich also auf die weichen Felgen.
Hier gut im Beispiel zu erkennen, dass eine (Stahl-)Felge im Bereich der Verschraubungslöcher nicht an der Radnabe anliegt. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Aluspurplatten mit Stahlfelgen unzulässig sind. Die Stahlfelge würde sich ins weichere Alu der Platte einarbeiten, was zum Lockern der Verschaubung führt. Das will niemand erleben, wenn das Rad während der Fahrt verselbstständigt. Ich hatte das Mitte der 1990iger mal beim Trabi live und in Farbe. Der Typ im Gegenverkehr hat nicht schlecht geguckt, als ihm das linke Vorderrad entgegengerollt kam. Glücklicherweise landete es vor ihm im Graben und ich hatte mich geistesgegenwärtig auf der Brems-trommel ausrollen lassen. Sogar die Muttern lagen alle noch in der Radkappe und nachdem ich einen Wagenheber organisiert hatte, ging's weiter. Den Trabi hatte ich frisch getüvt, 25km und tagszuvor von Privat gekauft... :o
Ich werde die Radbolzen an der Anhängernabe und die Radmuttern gegen solche in 10er Festigkeitsklasse tauschen und das Anzugsdrehmoment anpassen. Bolzen und Muttern vertragen 130 - 143 Nm, da sorgen 110Nm wie bei den Stahlfelgen für ein deutlich besseres Gefühl.
HL10.40 - 13. Teil
Nachdem ich die Radnabe demontiert, alles sauber gemacht und die längeren Rändelbolzen eingepresst hatte, kam mir so der Gedanke, ob und in welcher Art und Weise eine Möglichkeit besteht, die Radmuttern vom Adapter gegen Verdrehen zu sichern. Die üblichen Verdächtigen stellen keine Alternative dar. Schaut selbst, der Blick durch eines der Felgenlöcher, an die Muttern ist auch optisch kaum ein Herankommen. Optisch? Optisch!!!
Beim Anblick dieses klemmenden Blechschlüssels kam mir der zündende Gedanke. Ich erinnerte mich an die Radmutternindikatoren, die letztlich auch nur auf den Sechskant aufgedrückt werden und deshalb nicht runter fallen. Wie wäre es, diesen "Anzeigepfeil" als Widerlager umzugestalten, um sich am Adapter abzustützen.
Stellt Euch so'n Radmutternindikator vor, der schraffierte Teil fällt weg und übrig bleibt im Grunde solch Hahnenfußschlüssel (in geschlossener Bauform), der sich mit dem Zapfen am Lochkreisadapter abstützen kann. Konstruiert man's als 12-Kant statt als 6-Kant, kann sich die Radmutter im Zweifelsfalle auch nur max. um 30° verdrehen, also ¹⁄₁₂ von 360°. Danach verhindert der Zapfen das Weiterdrehen der Mutter. Bei 30° Verdrehmöglichkeit sollte noch kein Spiel zwischen Adapter und Mutter vorhanden sein, sondern sich lediglich das vorher gedehnte (Radbolzen) und gestauchte (Adapter & Mutter) Material entspannen. D.h. bei einer Gewindesteigung von 1,5 (mm pro Umdrehung), würde sich die Radmutter bei einem Drehwinkel von 30° um maximal 0,125mm vom Radbolzen herunter drehen können - also ⅒. Kunststoff, wie bei solch Radmutternindikator, sollte da völlig ausreichen, denn es wirkt auf die Mutter kein Drehmoment von außen. Mal sehen, was der TÜV-Onkel zu der Lösung sagt, wenn er sie sieht. Ich werde berichten...
Gewichtstechnisch sollten die Sicherungen so dich am Radmittelpunkt keine Rolle spielen, das tun sie als Indikatoren auch nicht, zumal sie symetrisch um den Mittelpunkt angeordnet sind. Runterfallen könenn sie auch nicht, das verhindert die Felge.
...tuuut, tuuut: "Hallo, Fa. XY, was kann ich für Sie tun?", "Hallo, ich habe eine Frage zu Artikel-Nr. 1041001. Welche Festigkeitsklasse hat denn diese Mutter?", "Das ist doch bei Muttern egal. Ich kann das hier nicht erkennen.", "Nein, das ist nicht egal. Man verwendet grundsätzlich bei Muttern und Schrauben die gleiche Festigkeitsklasse und erkennen kann ich's auch nicht, deshalb rufe ich an.", - etwas zögerlich: "...dann muss ich beim Hersteller anrufen und Sie zurückrufen.", "Ich bitte darum." - es geht um Radmuttern, Festigkeitsklasse egal?! Nach Rückruf haben die Muttern nur eine 8.
Der Ausbau der Rändelbolzen ging easy nach Demontage der Bremstrommel. Zum Einbau werde ich aber wohl die 12t-Presse nutzen und die Bolzen nicht einfach mit einer Mutter "einziehen". Zum einen wird über die Mutter beim Einziehen ein Drehmoment auf die Rändelung erzeugt, zum anderen ist das hierfür notwendige Drehmoment gar nicht klar. Das kann man mal "im Feld" als Notreperatur so machen, ansonsten ist das ziemlicher Pfusch. Die Anlagefläche auf der Bremstrommel werde ich mal noch reinigen.
Besser, definitiv. Der nun entstandenen Abstand zwischen Widerlager und Feder kann ich mit einer einfachen Distanzhülse ausgleichen, um die Feder völlig zu entspannen. Damit kommt das auch dem Original in der Zeichnung deutlich näher, denn dort ist das Widerlager ja ersichtlich.
Völlig irre!!!
...wieder so'n Beispiel: Radmutter Febi-Bilstein, M12x1,5, Kl. 10, SW19, Höhe 15mm und bis auf Festigkeitsklasse und Höhe (8 & 13mm), identisch zur DDR Radmutter. 40427 als 20er Pack, bzw. 46705 als Einzelmutter. Die Einzelmutter soll für die ganz blöden 37,10 € zzgl. 6,90 Versand kosten.
Ich habe Euch extra mal das komplette Angebot mit allem drum und dran als pdf gesichert, also keine Panik wegen dem Downloadlink. Angucken, Staunen und wieder Löschen. Die Webseitensoftwarelösung gibt solch große screenshots anzeigetechnisch leider nicht her und ein Direktlink zu ebay macht auch keinen Sinn. Was läuft iin dieser Gesellschaft verkehrt? Völlig irre!!!
Daraus kann sich jeder eine Druckdatei basteln oder Verdrehsicherungen für andere Projekte ableiten. Denkt daran, die Flächen von Muttern oder Schrauben sind kleiner, als die angegebene Schlüsselweite (also bei SW19 haben die Flächen genormt 18,85mm Abstand zueinander), dementsprechend kleiner muss der 6- oder 12-kant konstruiert werden, dass der Ring aus (ABS- oder PCTG-)Kunststoff tatsächlich auch klemmt und wenn Ihr mal einen Blick in die google Bildersuche werft, ist da auch nix passendes zu finden.
Interessanterweise sind in der HL10.40-Achse von 1990 Kegelrollenlager aus osteuropäischer Produktion verbaut. Polnische und ehemals sowjetische Lager. Na das kann nicht funktionieren, das friedliche Miteinander kriegen die heute auch nicht hin...
...vor allem nicht, wenn der deutsche Typ, der alles zusammengesetzt, offenbar nicht genügend Zielwasser getrunken und die Kronenmutter schon beim Einbau vom Sicherungssplint derart zerdroschen hatte... Idiot!!! :-\
Also einmal rundherum neu, das russische вмз 30205 hat spürbare Flachstellen, das polnische 30206 flog gleich mit raus und die zerkloppte Kronenmutter mit Flansch M24x1,5 gibts für den VW Käfer, Typ 181, Typ 3, u.a. unter der ET-Nr: 311501221, nur falls jemand mittlerweile auf leere DDR-Ersatzteilregale stoßen sollte.
Ich wollte gerade loslegen mit fluchen "wer so' ne Scheiße konstruiert", als mir das polnische Lager beim ersten Schlag um den Käfig zu öffnen, entgegen kam. Ich konnte das tatsächlich mit der Zange am Käfig greifen und von der Achse runter ziehen. Platz für einen Abzieher ist da nicht wirklich und hinter dem Lager sitzt noch ein dünnes Blech.
Interesannt ist, was zum Vorschein kam. Offenbar eine Pertinaxbuchse, an der sich das innere Lager abstützt. Gesehen habe
Zu früh gefreut...
...die Stoßstange hat leider auch einen Treffer. Und zwar hatte dort vermutlich ein Spezialist den Wagenheber höchst professionell rechts außen angesetzt um den UAZ anzuheben. Das hatte ich leider erst bei der Probemontage gesehen, dass die rechte Seite einen leichten Knick nach oben hat. Ist gut kaschiert, angeblich ungedengelt. Heißt im Klartext, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wirste in der Community auch nur über'n Tisch gezogen. Die brauche ich also gar nicht erst strahlen. :-( Eine neue Stoßstange ist geordert. Ich bin mal gespannt, wie und mit wem die mir Thomas von Dixiland für 8,- € Versandkosten schicken will.
diverses
Allerdings gibt es neben den ganzen Spinnern auf Kleinanzeigen, durchaus noch vernünftige Leute. Für den Dachgepäckträger habe ich mir fette 9" Fernscheinwerfer vom Lkw geordert. In LED-Zeiten sind die richtig billig geworden.
Einen Abzieher für die Radnabe vom HL10.40 (+ Trabi, Wartburg, Anhänger mit LK 4x160) habe ich nach einigen Versuchen ergattert. Versuch #1 "bedauerte", dass er keinen Versand anbietet (nicht drüber nachdenken!). Drauf angesprochen, dass er seine Entscheidung durchaus revidieren könne, von Bedauern also keine Rede sein kann → Funkstille. Versuch #2 glaubte wie immer nach über einem ¾ Jahr der Anzeigenschaltung, auf einem Goldschatz zu sitzen und war nicht zum Handeln bereit ("VB" bedeutet doch "Verhandlungsbasis" - auch nicht drüber nachdenken!) und Versuch #3 wollte partout einen Abzieher vom Skoda (LK 4x130) als Trabiabzieher verkaufen. Gut, dass ich nachmessen ließ. Vielleicht sollte die EU statt der Chatkontrolle gegen Pädophilie, einen IQ-Test zur Nutzung des Internets einführen. Wir wissen doch vorher, dass beides nicht funktionieren wird.¹) Versuch #4 war dann vielversprechend, sogar zum günstigsten Gesamtpreis. Ankommen muss er noch... :-)
Jaha - die Nabe bekommt man auch mit 2- oder 3-Armabzieher runter, vor allem, wenn die Rändelbolzen bereits raus sind. "Haben" ist besser als "Brauchen".
¹) wird nicht "zum Schutz von Kindern" eingeführt, sondern um als Staatsgebilde legal mitzulesen, ohne konkreten Verdacht, zu jeder Zeit, einfach so, "zu Deiner Sicherheit". Träumt weiter!
ich solche eine Materialpaarung bei einem Radlager noch nicht. Ein Bekannter meinte, dass dies ggf. die eingebaute Sicherung sein könnte, falls jemand der Meinung ist, das Radlager zu fest anzuziehen. Die Pertinaxbuchse würde in dem Fall nachgeben und das Radlager bliebe intakt. Unter der Maßgabe, dass das eine rein militärische, bzw. für den Katastrophenschutz der DDR bestimmte Konstruktion war, wäre das zumindest unter Feldreperaturbedingunegn denkbar. Allerdings war diese Achse teilweise auch unter den Campinganhängern zu finden. Ist spannend, bleibt spannend. Neue Radlager sind geordert und möglicherweise gibt es sogar zwei weitere Quellen für die Betriebsanleitung vom HL10.40. Auf meine Suchanzeige auf Kleinanzeigen haben sich zwei Leute gemeldet, die jemanden kennen, der jemanden kennt, dessen Schwager... ;-)
to be continued [2]


















